Feb 162013
 

Ich nutze nun seit einiger Zeit das Onleihe-Angebot des Online-Bibliotheksverbundes Nord, fast nur zum Zeitungslesen. Eigentlich wollte ich Bücher elektronisch ausleihen. Warum ich das (fast) nicht tue? Es gelingt mir nicht.

Die Dropdown-Box zur Suche im Angebot zeigt, warum das nicht gelingen kann:

Onleihe-Auswahl

Onleihe-Auswahl

Da siegt wieder einmal die Schwarmintelligenz. Aber als Bibliothek kann ich solch ein Angebot eigentlich nicht bezeichnen. Eine geordnete und benutzbare Sammlung sieht anders aus.

Die Wikipedia definiert den Begriff Bibliothek so:

Der Begriff „Bibliothek“ wird nicht einheitlich verwendet. Er steht für eine öffentliche Einrichtung, für einen Ort, ein Gebäude, für eine geordnete und benutzbare Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen, schließlich auch für eine solche Sammlung selbst. Während bis ins 20. Jahrhundert eine Bibliothek vor allem als Büchersammlung definiert wurde, lässt sie sich inzwischen nach Ewert und Walther Umstätter besser als „eine Einrichtung, die unter archivarischen, ökonomischen und synoptischen Gesichtspunkten publizierte Information für die Benutzer sammelt, ordnet und verfügbar macht“ definieren.

Dazu gehört, das habe ich in meinem langen Lese- und Lern-Leben gelernt, auch die Möglichkeit, nach Titel und oder Autor zu suchen und nicht in irgendwelchen Konglomeraten herumzustochern.

Eine Anfrage an den Support der Onleihe-Organisation blieb bisher überraschend unbeantwortet, auf meinen Hinweis, daß da ein falsches Lesegerät auf ihrer Seite abgebildet sei, war doch umgehend reagiert worden, das Bild dort wurde ausgetauscht.  Aber die Benutzbarkeit einer Onleihe-Bibliothek? 

Suche nach Titel, Autor, Schlagwort < => Beliebheit, Bewertung, Verlag

Und deshalb frage ich:

  • Soll die Onleihe-Bibliothek eventuell anders genutzt werden als eine analoge Bibliothek? Hat sie ein anderes Zielpublikum?
  • Gilt für eine solche Bibliothek nicht das Kriterium “geordnet und benutzbar”?
  • Ist die Onleihe vielleicht nur eine Anbiederei an den Wandel der Lesegewohnheiten des Trivialpublikums?

Ich schau mir das noch eine Weile an. Aber außer Zeitungsausleihe kann ich im Moment noch keinen Nutzen für mich sehen.